Der Junior geht zum Fußballtraining

An die neugierigen, oft anstarrenden Blicke der Kinder, wenn ich da mit der Motte im Rollstuhl auftauche um zuzugucken, habe ich mich inzwischen gewöhnt. Die meisten meinen es nicht böse, sind neugierig und kennen "sowas" eben nicht.
Was (oft unbewußt) verletzt, sind die anderen Eltern.
Hatte ich gerade erst wieder, ich war ohne die Motte da um zuzugucken, es blieb noch eine andere Mutter da (bisher kam dieses Kind immer mit Papa) um selbiges zu tun. Sie hatte ihre 2 anderen Söhne dabei, wir unterhielen uns (was allerdings von ihr ausging, ich bin da ja eher schüchtern) und als sie den älteren Jungen rasch zu einem Termin bringen wollte, durfte ich den jüngeren im Auge behalten.
Zum nächsten Training hatte ich die Motte dabei und selbige Mutter guckte weg und setzte sich grußlos zu den anderen Eltern.
Ich bin eh "der Einzelgänger" unter all den anderen Eltern, da die alle im Dorf wohnen und sich von Spielgruppen / Kindergarten / Vereinen und Freizeitgemeinsamkeiten kennen und somit eh alle immer beieinander hocken / stehen.
Besonders zugehfreudig auf andere Leute bin ich ja nun auch nicht gerade, es hat einfach zu oft zurückweisungen und verletzende Situationen gegeben. Aber es ist schon offensichtlich, dass zwischen der Motte, mir und den anderen Eltern ein Abstand besteht.
Interessant ist, dass mir von unseren Eltern noch keiner Hilfe angeboten hat, wenn es darum ging Laura mit dem Rolli (meistens bei Auswärtsspielen) die Treppenstufen runter oder rauf zu bekommen, es mir aber beim ersten Auswärtsspiel passierte, dass mir eine dunkelhäutige Frau in gebrochenem Deutsch ganz freundlich ihre Hilfe anbot und letztens beim einladen der Einkäufe und der Motte ins Auto eine andere Frau mir helfen wollte! DAS hat mich sehr überrascht, denn gerade am Samstag standen wieder alle re & li daneben und guckten zu, wie ich die Motte die fast 20 Stufen runterholperte! Der anderen Mutter mit dem Kinderwagen hingegen (sie kam etwas später um ihren Sohn der auch in der Mannschafts meines Juniors ist anzufeuern) wurde sofort Hilfe angeboten & runtergeholfen.
Es ist traurig & verletzend mit anzusehen, wie schwer es nahezu allen Erwachsenen fällt, mit Menschen mit Behinderung und deren Angehörigen umzugehen

dabei sind auch wir trotz allem ganz normale Menschen

Aber ich bin ja auch nicht der Typ, der um Hilfe bitten würde! Ich habe gelernt / lernen müssen mit vielem allein klar zu kommen und oft bin ich schneller damit durch, wenn ich es allein mache, als wenn ich erst noch darum bettele, dass mir geholfen wird.
Es wäre nur schöner, wenn auch bei uns die Kinder / Menschen, die "anders" sind selbstverständlich und ganz natürlich zur Gesellschaft dazu gehören würden.